Doppelhaushalt 2026/2027 in Arnsberg eingebracht: Stadt vor harten Konsolidierungsentscheidungen

Arns­bergs Bür­ger­meis­ter Ralf Paul Bitt­ner und Stadt­käm­me­rer Rai­ner Schä­fer­hoff haben am Don­ners­tag den Haus­halts­ent­wurf 2026/2027 ein­ge­bracht (Foto: Stadt Arnsberg)

Arns­berg. In der Sit­zung des Stadt­ra­tes am Don­ners­tag­abend wur­de der Ent­wurf des Dop­pel­haus­hal­tes für die Jah­re 2026 und 2027 ein­ge­bracht. Bür­ger­meis­ter Ralf Paul Bitt­ner und Stadt­käm­me­rer Rai­ner Schä­fer­hoff mach­ten dabei deut­lich, dass die Stadt vor erheb­li­chen finan­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen steht. Der Haus­halts­ent­wurf soll die Hand­lungs­fä­hig­keit der Kom­mu­ne sichern, erfor­de­re jedoch deut­li­che Prio­ri­sie­run­gen, Kon­so­li­die­rungs­maß­nah­men und eine Rück­kehr in die Haushaltssicherung.

Haushalt unter Druck: Steigende Kosten und strukturelle Unterfinanzierung

Bür­ger­meis­ter Bitt­ner stell­te den Haus­halt unter das Leit­mo­tiv der städ­ti­schen Stra­te­gie „Arns­berg als nach­hal­ti­ge Stadt der Zukunft gemein­sam gestal­ten“. Der Dop­pel­haus­halt sei kein Haus­halt der gro­ßen Ver­spre­chen, son­dern ein Über­gangs- und Sta­bi­li­sie­rungs­bud­get. Ange­sichts stei­gen­der Sozi­al­aus­ga­ben, wach­sen­der Kreis­um­la­ge, höhe­rer Per­so­nal- und Zins­kos­ten sowie mas­siv gestie­ge­ner Bau­prei­se müss­ten Pro­jek­te gestreckt oder ver­scho­ben wer­den. Gleich­zei­tig beton­te Bitt­ner, dass unver­zicht­ba­re Vor­ha­ben ins­be­son­de­re in den Berei­chen Daseins­vor­sor­ge, Sicher­heit, Bil­dung und Infra­struk­tur wei­ter­ge­führt wür­den. Der Haus­halt sei Aus­druck von Ver­ant­wor­tung gegen­über heu­ti­gen und künf­ti­gen Generationen.

Stadt­käm­me­rer Schä­fer­hoff zeich­ne­te ein detail­lier­tes Bild der finan­zi­el­len Lage. Die struk­tu­rel­le Unter­fi­nan­zie­rung der Kom­mu­nen habe sich bun­des- und lan­des­weit deut­lich ver­schärft und wir­ke sich auch in Arns­berg spür­bar aus. Nach meh­re­ren Jah­ren mit posi­ti­ven Jah­res­er­geb­nis­sen weist die Stadt seit 2021 wie­der erheb­li­che Defi­zi­te auf. Für das Jahr 2026 ist ein Fehl­be­darf von rund 28,5 Mil­lio­nen Euro ein­ge­plant, der sich 2027 auf etwa 21,4 Mil­lio­nen Euro ver­rin­gern soll.

Investitionen, Haushaltssicherung und der Blick nach vorn

Trotz der ange­spann­ten Lage plant die Stadt in den kom­men­den Jah­ren umfang­rei­che Inves­ti­tio­nen, ins­be­son­de­re in Schu­len, Feu­er­wehr, Sport­stät­ten, Ver­kehrs­in­fra­struk­tur, Kli­ma­an­pas­sung und Digi­ta­li­sie­rung. Ins­ge­samt sind bis 2030 Inves­ti­tio­nen von rund 265 Mil­lio­nen Euro vor­ge­se­hen, die jedoch zu gro­ßen Tei­len von För­der­mit­teln abhän­gen. Par­al­lel dazu ist die Stadt ver­pflich­tet, erneut ein Haus­halts­si­che­rungs­kon­zept auf­zu­stel­len. Die­ses umfasst rund 50 Kon­so­li­die­rungs­maß­nah­men, dar­un­ter Per­so­nal­ab­bau über Fluk­tua­ti­on, Pro­zess­op­ti­mie­run­gen, eine stär­ke­re Digi­ta­li­sie­rung sowie eine Begren­zung kre­dit­fi­nan­zier­ter Investitionen.

Als letz­tes Mit­tel wird zudem eine mög­li­che Steu­er­erhö­hung ab dem Jahr 2028 ein­ge­plant, soll­te sich die finan­zi­el­le Lage nicht nach­hal­tig ver­bes­sern. Bür­ger­meis­ter und Käm­me­rer beton­ten zugleich, dass Ent­las­tun­gen durch Bund und Land – etwa durch die Alt­schul­den­re­ge­lung oder Infra­struk­tur­pro­gram­me – wich­ti­ge Signa­le sei­en, die struk­tu­rel­len Pro­ble­me der kom­mu­na­len Finan­zen jedoch nicht lösen könnten.

Der Haus­halts­ent­wurf wird nun in den kom­men­den Wochen in den Fach­aus­schüs­sen bera­ten. Eine abschlie­ßen­de Ent­schei­dung über den Dop­pel­haus­halt 2026/2027 und das Haus­halts­si­che­rungs­kon­zept ist für die Rats­sit­zung im März vorgesehen.

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