Manfred Henze übernahm die Versammlungsleitung und nach einem kurzen Kassenbericht mit einstimmiger Entlastung wurden die ersten der vorbereiteten Zettel für die Neuwahlen verteilt. Bernd Zöllner, seit zwei Jahren Vizepräsident, wurde als Präsident vorgeschlagen. In einer kurzen Vorstellung sagte der 52-Jährige, es gehe ihm um den Karneval und nicht um Personen. Er wisse, was Sache ist und er werde ein Team zusammenstellen, das der Sache diene und nicht anderen Sachen. Er wurde mit 58 Ja-Stimmen bei 11 Nein-Stimmen, einer Enthaltung und vier ungültigen Stimmen gewählt, nachdem einige wenige Mitglieder schimpfend den Saal verlassen hatten. Auch Rolli Hengesbach mit 57 Ja- und zehn Nein-Stimmen und Marc Baggewöste mit 59 Ja- und acht Nein-Stimmen erzielten klare Mehrheiten. Antonius Te Pahs wurde bei neun Enthaltungen mit der Aufgabe des Geschäftsführers betraut. Seine Wahl soll bei der nächsten Mitgliederversammlung erfolgen.
Zwei Posten bleiben zunächst vakant
Gewählt wurden auch Daniela Te Pahs als Aktivensprecherin, Marion Ackermann als zweiter Kassierer, Sabine Metzler als zweite Geschäftsführerin, Walter lange als zweiter Regisseur, Marina Linneborn als Verantwortliche für Tanz und Garde sowie Meinolf Voß als Verantwortlicher für Planung und Abnahme des Zuges. Der erste Regisseur Lukas Te Pahs, war nicht anwesend, ist deshalb auch nicht zurückgetreten und bleibt im Amt. Für die Positionen Deko und Bühne sowie Wagenbau gab es Absagen der Wunschkandidaten, so dass nicht gewählt wurde und der Vorstand Verantwortliche kommissarisch einsetzen wird.
Kontroversen, persönliche Auseinandersetzungen und Rücktrittsankündigungen
Der zurückgetretene Präsident Markus Bende meldete sich nur ein mal kurz zu Wort, kritisierte, dass im Geschäftsbericht mit keinem Wort von den Beweggründen seines Rücktritts und seiner Erklärung dazu die Rede sei. Der Blick zurück war danach aber kein Thema mehr. Der Geschäftsbericht hatte mit der letzten Generalversammlung im Juni begonnen, wo neben der erfolgreichen Session 2013/14 auch die gute interne Stimmung gelobt worden sei. In den nächsten Monaten war ein neues Konzept das Thema, mit dem Bende die Flotte Kugel moderner, weniger elitär und konzentrierter auf den eigentlichen Karneval machen wollte, nicht zuletzt aber auch die Belastung des Präsidenten zurückfahren wollte. Ein Konzept, das zunächst von allen getragen wurde. Doch dann kam es zu Kontroversen und persönlichen Auseinandersetzungen. Am Ende dauerte es noch es drei Monate, bis Bende, Zöllner und Baggewöste ihren bereits im Juli erstmals angekündigten Rücktritt auch vollzogen.
Taxiquittung sorgt für Naserümpfen
Es waren auch einige Details, die in der Sitzung bekannt wurden, die die aufgeheizte Stimmung gegen den Restvorstand im Saal beflügelten. So war beim Amtsgericht über zwei Jahre nach Ende seiner Amtszeit immer noch Wolfgang Lillpopp als Präsident im Vereinsregister eingetragen. So haben sich zwei Vorstandsmitglieder beim SGV-Gebirgsfest, wo 20 Mitglieder der Flotten Kugel zwei Tage lang im Getränkeservice malocht und unterm Strich ein Plus von 136 Euro für die Vereinskasse erwirtschaftet haben, ihre persönliche Taxi-Heimfahrt für 28 Euro von der Gesellschaft erstatten lassen. Und so war der Restvorstand offenbar nicht in der Lage, die Portokosten für die schriftliche Einladungen an die Mitglieder zur außerordentlichen Mitgliederversammlung aufzubringen, so dass der zurückgetretene Kassierer mit 150 Euro aus dem eigenen Portemonnaie eingesprungen ist.
Sessionseröffnung macht ein wenig Sorge
Ein ähnliches Portoprobleme hat es offensichtlich auch bei der Einladung an die anderen Sunderner Vereine zur Sessionseröffnung am 15. November in der Fußgängerzone gegeben. Diese Veranstaltung, Straßenkarneval um 11.11 Uhr mitten in der Stadt statt einer elitären Abendveranstaltung in der Halle, gehört zum Reformkonzept. Auf die Frage nach dem Stand der Vorbereitungen sagte der neue Präsident, er könne über die Entwicklung in den letzten drei Wochen nicht berichten. Und die, die zuletzt geplant haben, mögen jetzt nicht mehr mitmachen. Ein Top-Musiker ist allerdings fest verpflichtet und auch eine Kapelle. und die Garden der Flotten Kugel stehen für ihren Auftritt bereit. Der neue Vorstand muss jetzt entscheiden und weiß, dass er bei einer Absage blöd dastehen würde, hat aber auch keine Lust, bei einer solchen Premiere eine Pleite zu erleben. Der große Zuspruch und die vielen Unterstützungsangebote, die er nach der Sitzung erhielt, machen Gerd Zöllner aber zuversichtlich, alle geplanten Veranstaltungen auch stattfinden zu lassen. Denn er und sein Team haben nur ein Ziel – den Menschen mit dem Karneval die Freude bringen.
