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Der Kunstsommer 2014 wird „betörend“

Dieses Objekt der Ausstellung "Blank" von Pietro Sanguineti im Schaufenster am Kreisel Ruhrstraße ist noch eine letzte Erinnerung an den Kunstsommer 2013, wird aber auch Ende November abgebaut. (Foto: oe)
Die­ses Objekt der Aus­stel­lung „Blank“ von Pie­tro San­gui­ne­ti im Schau­fens­ter am Krei­sel Ruhr­stra­ße ist noch eine letz­te Erin­ne­rung an den Kunst­som­mer 2013, wird aber auch Ende Novem­ber abge­baut. (Foto: oe)

Arn­berg. Der Kunst­som­mer 2014 wird unter dem Mot­to „Betö­rend“ ste­hen. Das berich­te­te Peter Klei­ne, Lei­ter des städ­ti­schen Kul­tur­bü­ros, jetzt im Kul­tur­aus­schuss. „Betö­rend“ sei ein schö­nes altes deut­sches Wort, das sehr ambi­va­len­te Bedeu­tun­gen habe, sag­te Klei­ne, und lud alle, denen zu die­sem The­ma etwas ein­fällt, ein, ihre Ideen dem Kul­tur­bü­ro mit­zu­tei­len. Im Febru­ar will Klei­ne den Poli­ti­kern über ers­te Akzen­te berich­ten, die im kom­men­den Som­mer gesetzt wer­den sol­len. Der 18. Kunst­som­mer wird vom 8. bis 17. August 2014 lau­fen, wie immer zehn Tage lang zum Ende der Schulferien.

Ziel ist Stärkung der Vorstellungskraft

Peter Klei­ne zog im Kul­tur­aus­schuss vor allem aber eine Bilanz des 17. Kunst­som­mers in die­sem Jahr. Und freu­te sich, dass es gelun­gen sei, wie­der ganz unter­schied­li­che und „ein paar bemer­kens­wert schö­ne“ Akzen­te zu set­zen. Klei­ne beant­wor­te­te den Poli­ti­kern auch die selbst­ge­stell­te Fra­ge „War­um machen wir das eigent­lich?“: Für ihn, der den Kunst­som­mer seit fünf Jah­ren ver­ant­wor­te und der seit drei Jah­ren ganz bewusst neue The­men ein­brin­ge, sei der Kunst­som­mer mehr als ein wei­cher Stand­ort­fak­tor oder eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on. „Klar soll der Kunst­som­mer hei­ter, lus­tig und nett sein. Vor allem aber soll der Kunst­som­mer sei­nen Besu­chern eine Vor­stel­lung vom Gesichts­punkt eines ande­ren Men­schen geben,“ sag­te Klei­ne – Bezug neh­mend auf ein Zitat der Schrift­stel­le­rin Han­nah Arendt. Die­se Vor­stel­lungs­kraft sei eine immer wich­ti­ge­re Kom­pe­tenz in einer Zeit, in der sich alte Gewiss­hei­ten auf­lö­sen, die Gesell­schaft viel­fäl­ti­ger wird und die Kul­tu­ren der Welt sich näher kommen.

„Es muss immer auch den Spagat geben“

„Wenn der Kunst­som­mer eine Platt­form ist, dann ist die­se breit,“ sag­te Klei­ne. Da müs­se man nicht stän­dig fra­gen: „Was ist Kunst?“. Deko und net­tes Ambi­en­te habe sei­nen Platz, aber es müs­se immer auch den Spa­gat geben mit beson­de­ren Aktio­nen. Ein Höhe­punkt des Kunst­som­mers 2013 war für Klei­ne des­halb die Frei­luft-Vor­stel­lung des „Theat­re fra­gi­le“, das schwie­ri­ge gesell­schaft­li­che The­men ange­ris­sen habe. Klei­ne dank­te hier­bei auch den Alt­stadt­be­woh­nern für ihre außer­or­dent­lich gro­ße Hilfs­be­reit­schaft und Unter­stüt­zung für die Schau­spie­ler des Mas­ken­thea­ters, die mit Publi­kum von Ort zu Ort rund um den Glo­cken­turm zogen.

52 Workshops, 47 Veranstaltungen und Projekte, 14 Ausstellungen

Es sei wie­der gelun­gen, vie­le neue Punk­te ein­zu­brin­gen, ohne alte zu ver­lie­ren, sag­te der Kunst­som­mer-Orga­ni­sa­tor im Rück­blick. Der Kunst­som­mer habe zwar jedes Jahr ein ande­res Mot­to, das sei aber kein Grund, sich von „win­ning teams“ zu ver­ab­schie­den, son­dern die Gele­gen­heit, auch neue Wege zu gehen und neue Part­ner zu fin­den. Das letz­te The­ma „Unter­wegs“ habe so unter­schied­li­che Pro­jek­te wie eine Pil­ger­aus­stel­lung im Klos­ter Weding­hau­sen und einen „Herr der Ringe“-Film mit Kos­tü­mie­rung auf dem Schloss­berg her­vor­ge­bracht. Dabei habe, so Klei­ne, das Open-Air-Kino den Alters­durch­schnitt aller Kunst­som­mer­teil­neh­mer um min­des­tens zehn Jah­re gesenkt.  Ob der Kunst­som­mer ins­ge­samt nun 5000, 10.000 oder noch mehr Besu­cher hat­te, kön­ne er nicht sagen. Er hal­te sich an ver­läss­li­che und nach­voll­zieh­ba­re Zah­len. Und das sei­en 52 Work­shops mit über 730 Teil­neh­mern, 43 Ver­an­stal­tun­gen und Pro­jek­te sowie 14 Aus­stel­lun­gen mit über 3000 gezähl­ten Besuchern.

Auch in Zukunft sollen Objekte, die in und an der Ruhr ausgestellt werden, zum Konzept des Kunstsommers gehören. (Foto: oe)
Auch in Zukunft sol­len Objek­te, die in und an der Ruhr aus­ge­stellt wer­den, zum Kon­zept des Kunst­som­mers gehö­ren. (Foto: oe)

Wo der Schimmel wütet, kann keine Kunst stattfinden

Das Kunst­som­mer-Team habe auch 2013 wie­der Neu­es aus­pro­biert. Sehr gut ange­kom­men sei­en das „Chill out“ im Muse­ums­hof und das Kon­zept, statt auf einer gro­ßen Büh­ne auf zwei klei­ne­ren Büh­nen am Lin­den­berg und am Maxi­mi­li­ans­brun­nen zu spie­len. So habe man ganz unter­schied­li­che Akzen­te set­zen kön­nen. Berech­tig­te Kri­tik habe es gege­ben, weil kein sepa­ra­tes Work­shop-Pro­gramm­heft mehr gedruckt wur­de. Das wer­de man ändern. Das Kon­zept, Kunst an vie­len Stel­len der Stadt – ob in Schau­fens­tern oder in der Ruhr – zu prä­sen­tie­ren, wer­de man bei­be­hal­ten und auch den Wunsch nach bes­se­rer Kennt­lich­ma­chung des Kunst­som­mers wol­le man befol­gen. Der Wunsch nach zen­tra­le­rer Unter­brin­gung aller Work­shops sei dage­gen nicht so leicht zu erfül­len. Man sei hier teils auf nicht so zen­tral gele­ge­ne Schu­len ange­wie­sen. Lei­der kön­ne man nicht mehr alle frü­her genutz­ten leer­ste­hen­den Laden­lo­ka­le an Stein­weg und Altem Markt nut­zen. Denn wenn der Schim­mel wüte, kön­ne man das Dozen­ten und Teil­neh­mern nicht zumuten.

Nur mit guten Leuten

Bei den Dozen­ten wer­de man wei­ter auf Qua­li­tät set­zen, so Klei­ne. „Auch wenn wir neue The­men anpa­cken, dann nur mit guten Leu­ten.“ Als Bei­spie­le nann­te Klei­ne den Man­ga-Wotrk­shop oder das „Paper Toys“-Projekt. Sehr posi­tiv bewer­te­te der Chef des Kul­tur­bü­ros auch die Zusam­men­ar­beit mit neu­en Part­nern, die immer gewünscht sei­en. So sei die Par­cours-Ver­an­stal­tung des TV Arns­berg für 16- bis 21-Jäh­ri­ge der meist­ge­klick­te Kunst­som­mer-Bei­trag bei Face­book gewe­sen. Und auch das DAS-Tanz­stu­dio habe mit guten Cho­reo­gra­fen neue Qua­li­tät in den Kunst­som­mer gebracht.

Aufmerksamkeit von Düsseldorf bis Gütersloh

„Wir machen hier nicht irgend­ein Pil­li-Pal­li,“ sag­te Klei­ne und berich­te­te des­halb ger­ne von drei Ereig­nis­se, die­aus sei­ner Sicht ein beson­de­res Licht auf den Kunst­som­mer wer­fen. Von einer Sit­zung des Kul­tur­se­kre­ta­ri­ats Güters­loh, das nicht dafür bekannt sei, häu­fig außer­halb der eige­nen Stadt­mau­ern zu tagen, in der Arns­ber­ger Kul­tur­Schmie­de. Von einer Ein­la­dung der Lan­des­re­gie­rung, im zustän­di­gen Minis­te­ri­um in Düs­sel­dorf doch ein­mal vor­zu­stel­len, was man denn da so mache im fer­nen Arns­berg. Und von einer Frau, die mit dem Schild „Kar­te gesucht!“ in der Hand vor der Kul­tur­Schmie­de foto­gra­fiert wur­de. Letz­te­res habe er zuvor nur von BVB-Spie­len gekannt, sag­te Peter Kleine.

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Eine Antwort

  1. Der Kunst­som­mer ist die ein­zi­ge Ver­an­stal­tung in Alt-Arns­berg wel­che ich als Nehei­mer jedes Jahr frei­wi­lig besu­che. Hof­fent­lich hal­ten die das Niveau.

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