
Arnsberg. Die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ des Anne Frank Zentrums kommt im Frühjahr 2026 nach Arnsberg. Vom 14. März bis zum 14. April ist sie in der Stadtbibliothek Neheim zu sehen. Die Ausstellung wird im Rahmen der diesjährigen „Arnsberger Wochen für Demokratie – gegen Rassismus“ gezeigt. Die Schirmherrschaft übernimmt Bürgermeister Ralf Paul Bittner. Veranstaltet wird das Projekt in Kooperation von der vhs Arnsberg/Sundern, der Stadtbibliothek Arnsberg und dem Heimatbund Neheim-Hüsten.
Die Lebensgeschichte von Anne Frank
Die Ausstellung widmet sich dem Leben von Anne Frank, einem der bekanntesten Opfer des Holocaust. Im Mittelpunkt steht ihr weltberühmtes Tagebuch, das bis heute als Symbol für den nationalsozialistischen Völkermord an den Jüdinnen und Juden gilt. Zugleich gibt es Einblicke in die Gedanken- und Lebenswelt der jungen Schriftstellerin.
Erzählt wird Anne Franks Lebensgeschichte von ihrer Kindheit in Frankfurt am Main über die Flucht der Familie in die Niederlande bis hin zum Leben im Versteck in Amsterdam. Auch ihre Entdeckung, die Deportation sowie die letzten Monate in den Konzentrationslagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen sind Teil der Ausstellung. Zahlreiche private Fotografien veranschaulichen das Leben von Anne Frank, ihrer Familie und ihres Umfelds. Die persönliche Geschichte wird dabei in den historischen Kontext des Nationalsozialismus, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs eingeordnet. Neben der Perspektive der Verfolgten werden auch die Rollen von Mitläuferinnen und Mitläufern sowie der Täterinnen und Täter thematisiert.
Ausstellung mit Schwerpunkt auf Jugendliche
In einem zweiten Teil wendet sich die Anne Frank Ausstellung direkt an Jugendliche mit aktuellen Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: »Wer bin ich?«, »Wer sind wir?«, »Wen schließe ich aus?«. Kurze Filme mit Jugendlichen regen zur Diskussion über diese Themen an. Ausgehend von der Frage »Was kann ich bewirken?« ermutigt die Ausstellung die Besucherinnen und Besucher zu eigenem Engagement. Jugendliche Peer Guides begleiten Gruppen durch die Ausstellung und ermöglichen einen jugendgerechten Zugang zu den Inhalten der Ausstellung. Die Ausstellung richtet somit auch an Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse.
Jugendliche als Peer Guides gesucht
Damit das Projekt gelingen kann, sind die Ausstellenden auf der Suche nach Peer Guides ab 15 Jahren. Die Jugendlichen werden in einem zweitägigen Trainingsseminar vom Anne Frank Zentrum ausgebildet. Sie müssen keine Expert:innen sein, sondern nur Interesse haben, mit Gruppen zu arbeiten und sich näher mit Anne Frank und ihrem Tagebuch zu beschäftigen. Für die Jugendlichen ist das eine besondere Möglichkeit, Geschichte einmal anders zu lernen, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich zu engagieren.
Interessierte Jugendliche, die sich vorstellen können, als Peer Guides tätig zu werden, können sich gern an die vhs oder aber die Stadtbibliothek wenden. Bei der Stadtbibliothek ist Jutta Ludwig Ansprechpartnerin (Mail: j.ludwig@arnsberg.de, Tel.: 02932 700889 oder 0157 5541203), bei der vhs steht Dr. Tobias Schulte für Rückfragen zur Verfügung (Mail: t.schulte@vhs-arnsberg-sundern.de, Tel.: 02932.9728 13).
Hintergrund: Anne Frank
Anne Frank wurde 1929 in Frankfurt am Main geboren. 1933 emigrierte ihre jüdische Familie nach Amsterdam. Von 1942 bis 1944 lebte sie mit ihrer Familie versteckt in einem Hinterhaus, wo sie ihr Tagebuch schrieb. Nach der Entdeckung des Verstecks wurde Anne Frank deportiert und starb im Februar 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren. Ihr Tagebuch zählt zu den bekanntesten Zeugnissen des Holocaust.
Hintergrund: Anne Frank Zentrum
Das Anne Frank Zentrum mit Sitz in Berlin ist seit 1998 die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Es entwickelt Ausstellungen und Bildungsangebote, die Geschichte mit aktuellen Fragen zu Verantwortung, Gleichberechtigung und dem Einsatz gegen Antisemitismus und Diskriminierung verbinden.
