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Das „neue“ Sauer­land­Netz hat ab 2016 eini­ges zu bie­ten

Die Weichen für den Bahnverkehr auf der Oberen Ruhrtalbahn sind bis 2028 gestellt. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Die Wei­chen für den Bahn­ver­kehr auf der Obe­ren Ruhr­tal­bahn sind bis 2028 gestellt. (Foto: Rai­ner Sturm / pixelio.de

Arns­berg. Das Aus­schrei­bungs­er­geb­nis ist schon seit eini­gen Mona­ten bekannt, doch jetzt ist auch der Ver­trag unter­schrie­ben. Auf der Obe­ren Ruhr­tal­bahn wer­den auch nach Dezem­ber 2016 für wei­te­re zwölf Jah­re die Züge der Deut­schen Bahn fah­ren. Wenn es in knapp drei Jah­ren soweit ist, wer­den in die dann mit zwei­stel­li­gem Mil­lio­nen­auf­wand erneu­er­ten bahn­hö­fe Arns­berg und Neheim-Hüs­ten auch nagel­neue Züge ein­lau­fen und auch bei den Fahr­plä­nen wird es eini­ge Ände­run­gen geben.

DB Regio NRW gewinnt Aus­schrei­bung von 6 Regio­nal­bahn­li­ni­en

Die zustän­di­gen Auf­ga­ben­trä­ger Nah­ver­kehr West­fa­len-Lip­pe (NWL), Ver­kehrs­ver­bund Rhein Ruhr (VRR) und der Nord­hes­si­sche Ver­kehrs­ver­bund (NVV) haben am Diens­tag den Ver­kehrs­ver­trag mit der DB Regio NRW für den Betrieb des Sauer­land­Net­zes unter­schrie­ben. Damit ver­bleibt der Betrieb die­ses Regio­nal­bahn­net­zes bei der DB Regio NRW, die auch die ers­te Aus­schrei­bung 2004 gewon­nen hat­te. Auch die Linie RB 43 Dort­mund – Dors­ten, die heu­te von der Nord­west­bahn betrie­ben wird, wird künf­tig wie­der von der DB Regio AG betrie­ben.  Im Okto­ber 2012 war die euro­pa­wei­te Aus­schrei­bung mit Betriebs­auf­nah­me im Dezem­ber 2016 und einer Ver­trags­lauf­zeit von zwölf  Jah­ren gestar­tet wor­den. Die Ver­kehrs­leis­tung im Sauer­land­Netz wur­de dabei in zwei Lose auf­ge­teilt: In  Los 1 waren der Regio­nal­ex­press (RE) 17 von Hagen nach Kas­sel-Wil­helms­hö­he und der RE 57 von Dort­mund nach Win­ter­berg oder Bri­lon Stadt, also die bei­den Lini­en auf der Obe­ren Ruhr­tal­bahn. In  Los 2 wur­den RB 52 Dort­mund – Lüden­scheid, RB 53 Dort­mund – Iser­lohn, RB 54 Unna – Neu­en­ra­de und RB 43 Dort­mund – Dors­ten ver­ge­ben. Das Leis­tungs­vo­lu­men umfasst zusam­men rund 5,6 Mil­lio­nen Zug­ki­lo­me­ter jähr­lich.

53 Minu­ten schnel­ler in Müns­ter

Im Fahr­plan wird es Ver­än­de­run­gen – Ver­bes­se­run­gen, aber auch Anpas­sun­gen – geben, von denen eini­ge auch Fahr­ten ab oder nach Arns­berg betref­fen:

  • In Schwer­te wird der RE 17 zukünf­tig Anschluss an den RE 7 von/nach Müns­ter haben. Hier­durch ver­kürzt sich die Rei­se­zeit aus Arns­berg über Hamm nach Müns­ter um 53 Minu­ten.
  • Der Abend­ver­kehr in den HSK wird auf­grund der Nach­fra­ge neu sor­tiert. Zukünf­tig wird die RE 57 abends durch­gän­gig und ohne Ange­bots­lü­cke ab Dort­mund direkt ins Sauer­land ver­keh­ren. Nach 20 Uhr wird man dafür von Hagen kom­mend zukünf­tig in Schwer­te von der RE 7 in die RE 57 umstei­gen müs­sen, um ins Sauer­land gelan­gen kön­nen.
  • Die RE 17 ver­kehrt ab Dezem­ber 2016 nur noch 4x täg­lich über War­burg hin­aus nach Kas­sel-Wil­helms­hö­he. Dafür wird in War­burg zukünf­tig ein Anschluss zur dann neu 7x täg­lich über Hamm-Pader­born ver­keh­ren­den RE 11 nach Kas­sel-Wil­helms­hö­he ein­ge­rich­tet. Damit wird die Anbin­dung des ICE-Bahn­hofs in Kas­sel aus West­fa­len nach­fra­ge­ge­recht neu und ver­stärkt über den Hell­weg­kor­ri­dor Hamm-Pader­born sor­tiert.
  • Die RB 54 wird in Frön­den­berg auf den Anschluss der RE 57 von/nach Dort­mund aus­ge­rich­tet. Hier­durch wird sich die Rei­se­zeit von Men­den nach Dort­mund um 22 Minu­ten ver­rin­gern.

Kom­plet­te neue Fahr­zeu­ge­flot­te kommt aus Polen

Obwohl für die RB-Lini­en auch Gebraucht­fahr­zeu­ge zuge­las­sen waren, wer­den im kom­plet­ten Netz Neu­bau­fahr­zeu­ge zum Ein­satz kom­men. DB Regio wird hier zum ers­ten Mal bun­des­weit beschleu­ni­gungs­star­ke Die­sel­trieb­wa­gen vom Typ LINK des pol­ni­schen Her­stel­ler PESA zum Ein­satz brin­gen. Für 120 Mil­lio­nen Euro kauft die Bahn in Polen 20 zwei- sowie 16 drei­tei­li­ge Die­sel­trieb­wa­gen. Die 140 km/h schnel­len und 43,73m bzw. 57,13m lan­gen Fahr­zeu­ge wer­den bis zu 120 bzw. 160 beque­me Sitz­plät­ze haben.

Züge kön­nen in der Fahr­rad­sai­son bis zu 72 Räder trans­por­tie­ren

Um ins­be­son­de­re auf der RE 57 Dort­mund-Win­ter­berg der hohen Nach­fra­ge nach Fahr­rad­stell­plät­zen nach­zu­kom­men, wei­sen die neu­en drei­tei­li­gen Fahr­zeu­ge 36 Fahr­rad­stell­plät­ze auf. Damit kön­nen in Dop­pel­trak­ti­on zukünf­tig in der Fahr­rad­sai­son 72 (heu­te max. 50) Fahr­rä­der je Zug trans­por­tiert wer­den. Alle Fahr­zeu­ge sind kli­ma­ti­siert und wer­den an 76 cm hohen Bahn­stei­gen per Spal­t­über­brü­ckung einen stu­fen- und nahe­zu spalt­lo­sen Ein­stieg haben, für nied­ri­ge­re Bahn­stei­ge wird der Ein- und Aus­stieg über aus­fahr­ba­re Stu­fen erleich­tert. Alle Fahr­zeu­ge wer­den Mehr­zweck­ab­tei­le, zwei Roll­stuhl­plät­ze sowie eine  behin­der­ten­ge­rech­te Toi­let­ten haben und sind voll­stän­dig video­über­wacht. Erst­mals im Sauer­land wer­den auch die Fahr­aus­weis­au­to­ma­ten und Ent­wer­ter mit an Bord sein. Im Innen­raum wird es zukünf­tig an zahl­rei­chen Plät­zen Steck­do­sen geben und ein Fahr­gast­in­for­ma­ti­ons­sys­tem wird auf Bild­schir­men über die nächs­ten Hal­te sowie die Anschlüs­se in Ist­zeit infor­mie­ren. Die Zug­be­gleit­quo­te wird 30 Pro­zent bis 19 Uhr und 90 Pro­zent ab 19 Uhr betra­gen.
 

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