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„Chris­to im Wald” – Holz­kon­ser­vie­rung in Foli­en­la­gern wird getes­tet

Dr. Bertram Leder,  kom. Lei­ter Lehr- und Ver­suchs­forst­amt Arns­ber­ger Wald (l.), und Andre­as Wie­be, Lei­ter Wald und Holz NRW, wer­fen einen letz­ten Blick auf die Stäm­me bevor sie ein­ge­schweißt wer­den (Quel­le: Wald und Holz NRW, Fried­rich Lou­en)

Arns­berg. Obwohl nur mil­li­me­ter­groß brin­gen Bor­ken­kä­fer im Gemein­schafts­an­griff auch statt­li­che Fich­ten groß­flä­chig zum Abster­ben. Im Wirt­schafts­wald ist die bes­te Lösung, wenn die Bäu­me gefällt und abtrans­por­tiert sind, bevor die neu­en Käfer aus der Bor­ke aus­schwär­men. Doch was tun, wenn die Absatz­we­ge ver­stopft sind? Um eine ande­re Mög­lich­keit der Lage­rung zu erpro­ben arbei­tet Wald und Holz NRW jetzt test­wei­se mit einem Ver­fah­ren der Frei­bur­ger Fir­ma Wood-Packer.

Test über vier Jah­re

Dr. Bertram Leder, Lei­ter des Lehr- und Ver­suchs­forst­amts Arns­ber­ger Wald: „ Wir unter­su­chen das Ver­fah­ren vor allem hin­sicht­lich Bor­ken­kä­fern und Holz­qua­li­tät. Wie vie­le Käfer haben wir am Aus­schwär­men gehin­dert?, Wie frisch bleibt das Holz?“ Die Pol­ter wer­den ab 2020 bis 2025 nach und nach geöff­net. Damit möch­te Wald und Holz NRW die Lager über die gan­ze poten­ti­el­le Dau­er von bis zu vier Jah­ren auch für Wald­be­sit­zen­de tes­ten.

Foli­en wer­den ver­schweißt

Wald und Holz NRW-Mit­ar­bei­ter Frank-Josef Eickel­mann (l.) fädelt mit sei­nem Kol­le­gen Lars Bit­tis die Boden- und die Deck­fo­lie in das Schweiß­ge­rät ein. (Quel­le: Wald und Holz NRW, Fried­rich Lou­en)

Das Holz­vo­lu­men von rund 250 Fich­ten schwei­ßen die Forst­wir­tin­nen und Forst­wir­te dazu in luft­dich­te Folie ein. Zunächst legen sie ein fei­nes Git­ter zum Schutz vor Nage­tie­ren aus und brei­ten zwei Lagen Folie aus. Dar­auf wer­den fünf Meter lan­ge Stamm­stü­cke gela­gert, bzw. „gepol­tert“ wie die Forst­leu­te sagen. Wer den Lade­kran führt, muss beson­ders prä­zi­se arbei­ten – alles was über­steht könn­te die Folie zer­piek­sen. Anschlie­ßend zie­hen die Fach­kräf­te zwei Foli­en­la­gen über den Holz­sta­pel und ver­schwei­ßen sie mit den zuvor aus­ge­leg­ten Foli­en. So ent­steht eine inne­re und eine äuße­re Hül­le. Über ein Ven­til lässt sich beob­ach­ten, wie viel Sauer­stoff im Inne­ren ist bezie­hungs­wei­se ob die Folie intakt ist.

Für Sturm­holz und Bor­ken­kä­fer­pla­ge

Dr. Tho­mas Mai­er, Inha­ber der Fir­ma Wood-Packer, hat über das Ver­fah­ren schon vor Jah­ren sei­ne Dok­tor­ar­beit geschrie­ben. Damals stand noch die Holz­kon­ser­vie­rung von mas­sen­haf­tem Sturm­holz im Vor­der­grund. Dr. Mai­er: „In Sturm- wie auch jetzt in der Bor­ken­kä­fer-Kata­stro­phe kom­men her­kömm­li­che Metho­den an ihre Gren­zen. Die Foli­en­la­ge­rung ist geneh­mi­gungs- und pes­ti­zid­frei und schon so eine wich­ti­ge Alter­na­ti­ve, wenn Wald­be­sit­zer in der Klem­me sind.“ Andre­as Wie­be, Lei­ter von Wald und Holz NRW, ord­net es so ein: „Die Foli­en­la­ge­rung kann ein wei­te­rer Bau­stein sein, um der Bor­ken­kä­fer-Kata­stro­phe zu begeg­nen. Auf den alten Fich­ten­flä­chen arbei­ten unse­re Forst­leu­te mit Herz­blut dar­an, die neue Wald­ge­nera­ti­on wider­stands­fä­hig und kli­ma­fit zu machen.“

(Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung Wald und Holz NRW)

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