CDU und Grü­ne: „moder­ne Zusam­men­ar­beit“ bis 2020

Schwarz-Grüne Zusammenarbeit bis 2020: v.l.n.r. Klaus Büenfeld (CDU), Jochem Hunecke (CDU), Thomas Wälter (Grüne), Hans Wulf (Grüne) und Klaus Kaiser (CDU). (Foto: oe)
Schwarz-Grü­ne Zusam­men­ar­beit bis 2020: v.l.n.r. Klaus Büen­feld (CDU), Jochem Hune­cke (CDU), Tho­mas Wäl­ter (Grü­ne), Hans Wulf (Grü­ne) und Klaus Kai­ser (CDU). (Foto: oe)

Arns­berg. CDU und Grü­ne wol­len als ver­läss­li­che Kon­stan­te in einem far­bi­ger gewor­de­nen Arns­ber­ger Rat ihre bereits vor fünf Jah­ren begon­ne­ne Zusam­men­ar­beit bis 2020 fort­set­zen. In einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz stell­ten die Frak­ti­ons­spit­zen am Mon­tag nach­mit­tag im Café Kren­gel ein Papier mit den Grund­zü­gen ihrer Zusam­men­ar­beit für die kom­men­den sechs Jah­re vor. Auf fünf eng beschrie­be­nen Sei­ten geht es um die Hand­lungs­fel­der Bil­dung, Finan­zen, Wirt­schafts­för­de­rung und Inklusion.

Schwarz-Grün sieht Wahl­er­geb­nis als Bestätigung

CDU und Grü­ne wer­ten das Wahl­er­geb­nis vom 25. Mai als Wunsch der Bür­ger nach sta­bi­len poli­ti­schen Ver­hält­nis­sen, kla­ren Mehr­hei­ten und Fort­set­zung der bis­he­ri­gen Poli­tik. Nicht nur der Bür­ger­meis­ter Hans-Josef-Vogel sei mit fast 60 Pro­zent der Stim­men über­zeu­gend bestä­tigt wor­den, auch CDU und Grü­ne hät­ten die Zahl ihrer Man­da­te mit 22 und 4 gleich gehal­ten und sogar den Abstand auf SPD und FDP noch ver­grö­ßert, so Klaus Kai­ser, Frak­ti­ons­chef der CDU.
Kai­ser beton­te auch, die Zusam­men­ar­beit von CDU und Grü­nen in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren habe sich bewährt: „Wenn man ver­trau­ens­voll und in Har­mo­nie zusam­men arbei­tet und Spaß mit­ein­an­der hat, kom­men auch ver­nünf­ti­ge Lösun­gen her­aus.“ Auch Grü­nen-Spre­cher Hans Wulf beton­te, er gehe sehr opti­mis­tisch in die nächs­ten sechs Jah­re und sei über­zeugt, „das da was geht“. Schließ­lich habe man auch alle Pro­blem­fel­der ver­trau­ens­voll durch­de­kli­niert und gemein­sa­me Kom­pro­mis­se gefunden.
Kai­ser wie Wulf beton­ten, dass ihre Frak­tio­nen „eine moder­ne Zusam­men­ar­beit ver­ein­bart“ hät­ten, sich also nicht auf eine star­re Anzahl von Maß­nah­men geei­nigt hät­ten, son­dern gemein­sa­me Grund­sät­ze abge­spro­chen hät­ten, in deren Sin­ne man auch für neue Fra­ge­stel­lun­gen offen sei und neue Her­aus­for­de­run­gen gewinn­brin­gend für die Stadt umset­zen wol­le. So sei es doch töricht, zu ver­zich­ten, wenn sich etwa neue Mög­lich­kei­ten durch neue För­der­sze­na­ri­en bieten.

Sekun­dar­schu­len jeweils nur an einem Standort

Einig sind sich CDU und Grü­ne, dass im Bil­dungs­be­reich nicht gespart wer­den soll. Ziel sei es, die Qua­li­tät aller Bil­dungs­ein­rich­tun­gen zu ver­bes­sern. Dabei will Schwarz-Grün zunächst einen Groß­teil der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Inves­ti­ti­ons­mit­tel dafür auf­wen­den, dass die bei­den neu­en Sekun­dar­schu­len in Arns­berg und Neheim dau­er­haft an nur je einem Stand­ort – im Eich­holz und im Bin­n­er­feld – ent­ste­hen, was eine Abkehr von der bis­he­ri­gen Beschluss­la­ge mit Dop­pel-Stand­or­ten bedeu­tet. Ande­re wün­schens­wer­te Inves­ti­tio­nen sol­len dafür ver­scho­ben wer­den, aller­dings kei­ne bereits ange­lau­fe­nen Maßnahmen.

Demo­gra­fie­fes­tes Grund­schul­sys­tem die nächs­te Aufgabe

Eine zwei­te wich­ti­ge Struk­tur­ent­schei­dung soll kurz­fris­tig ange­gan­gen wer­den. CDU und Grü­ne wol­len ein zukunfts­fä­hi­ges und demo­gra­fie­fes­tes Grund­schul­sys­tem schaf­fen und kün­di­gen bereits an, dass nicht alle Stand­or­te auf Dau­er blei­ben wer­den. Sie sichern aber eine früh­zei­ti­ge Betei­li­gung aller Betrof­fe­nen zu und ver­spre­chen eine kla­re Beschluss­fas­sung und wol­len so dafür sor­gen, dass kei­ne Ängs­te bei den Betrof­fe­nen auf­kom­men. „Wenn man die Bür­ger ernst nimmt, machen die auch ernst­haft mit,“ sag­te Klaus Kai­ser, der dar­auf ver­wies, dass sich auch bei wich­ti­gen städ­te­bau­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen die umfas­sen­de Ein­be­zie­hung und Betei­li­gung der Bür­ger in den letz­ten Jah­ren als rich­tig erwie­sen habe und natür­lich fort­ge­setzt wer­den solle.

Ein­spa­ren geht vor Steuererhöhungen

In der „Königs­dis­zi­plin“ Finanz­po­li­tik set­zen CDU und Grü­ne auf das Prin­zip „Spa­ren und Erneu­ern“. In Zei­ten knap­per Kas­sen gehe es dar­um, kla­re poli­ti­sche Prio­ri­tä­ten zu set­zen. Wenn bei Bil­dungs­in­ves­ti­tio­nen nicht gespart wer­den sol­le, bedeu­te dies, dass eine Stra­ßen­bau­maß­nah­me auch mal ein Jahr gescho­ben wer­den müs­se. Bei­de Frak­tio­nen stim­men dar­in über­ein, dass Ein­spa­ren vor Steu­er­erhö­hun­gen gehe, dass das Erhö­hen kom­mu­na­ler Steu­ern immer nur letz­tes Mit­tel sein kön­ne, wenn alle ande­ren Ein­spar­mög­lich­kei­ten versagen.
CDU und Grü­ne laden die – inzwi­schen fünf – ande­ren Par­tei­en im Rat ein, sich mit eige­nen Vor­schlä­gen zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung ein­zu­brin­gen und sagen ernst­haf­te Prü­fung jeder Initia­ti­ve zu. Sie machen aber auch klar, dass sie sich mit Anträ­gen, die Mehr­aus­ga­ben ver­ur­sa­chen wür­den und ohne einen kon­kre­ten und veri­fi­zier­ba­ren Deckungs­vor­schlag daher kom­men, in den Rats­gre­mi­en gar nicht erst befas­sen werden.

Prü­fung von gemein­sa­men Stadt­wer­ken Arnsberg-Sundern

Einig sind sich CDU und Grü­ne auch, dass „die Stär­kung des Wirt­schafts­stand­orts Arns­berg eine zen­tra­le Fra­ge der Zukunfts­si­che­rung unse­rer Stadt“ ist. Mit stän­di­ger Attrak­ti­vi­täts­ver­bes­se­rung des Stand­orts und vor­aus­schau­en­der Stand­ort­ent­wick­lung sol­len Fach­kräf­te, Arbeits­plät­ze und Unter­neh­men vor Ort gehal­ten wer­den. Dazu gehö­ren Inves­ti­tio­nen in die öffent­li­che Infra­struk­tur, flä­chen­de­cken­de Breit­band­ver­sor­gung und schnel­les Inter­net. Gro­ße Über­ein­stim­mung, das beto­nen Jochem Hune­cke (CDU) und Tho­mas Wäl­ter (Grü­ne) uni­so­no, gibt es bei der Bedeu­tung von Ener­gie­wirt­schaft und Ener­gie­wen­de für Öko­no­mie und Öko­lo­gie. Im Mit­tel­punkt steht dabei die bereits in den letz­ten Jah­ren begon­ne­ne Neu­aus­rich­tung der Stadt­wer­ke von einem rei­nen Betrieb der Daseins­vor­sor­ge zu einem umfas­sen­den Ener­gie­dienst­leis­ter, der neben regio­na­ler Wert­schöp­fung auch Ein­spar­mög­lich­kei­ten für Bür­ger wie Unter­neh­men bie­tet. In Kür­ze schon will Schwarz-Grün einen Prüf­auf­trag initi­ie­ren, ob die Dienst­leis­tun­gen durch gemein­sa­me Stadt­wer­ke von Arns­berg und Sun­dern wei­ter ver­bes­sert wer­den können.

Bei der Inklu­si­on soll Arns­berg Vor­rei­ter­rol­le einnehmen

Die Fra­ge des Ein­be­zugs der Men­schen mit Behin­de­run­gen sehen CDU und Grü­ne als eine zen­tra­le Gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­rung, nicht nur in der Schu­le, son­dern in allen Alters­stu­fen. Sie wol­len das The­ma Inklu­si­on zu einem Gewin­ner­the­ma machen und genau­so vor­bild­lich sein wie bei der Ein­be­zie­hung der Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Arns­berg soll mit star­kem bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ment eine Vor­rei­ter­rol­le ein­neh­men und einen Mas­ter­plan entwickeln.
Nur bei der Fra­ge, ob Obst- oder Käse­ku­chen, ob mit oder ohne Sah­ne, gin­gen die Mei­nun­gen der Frak­ti­ons­spit­zen an die­sem Tag deut­lich aus­ein­an­der. „In unse­rer Frak­ti­on hat jeder gro­ße Lust auf die kom­men­den sechs Jah­re,“ beschreibt Klaus Büen­feld, Vor­sit­zen­der des CDU-Stadt­ver­bands, die Stim­mung, und Tho­mas Wäl­ter, Vor­sit­zen­der der Arns­ber­ger Grü­nen, kann das „für unse­re Frak­ti­on nur bestätigen“.
 

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