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Bürgerbegehren für eine große Windkraftfläche eingereicht

Ortsvorsteher und Bürgerinitiativen aus acht Dörfern haben sich zusammen getan, um einen konstruktiven Vorschlag für eine einzige große Windkraftfläche in Sundern einzubringen und mit einem Bürgerbegehren durchzusetzen. (Foto: privat)
Orts­vor­ste­her und Bür­ger­initia­ti­ven aus acht Dör­fern haben sich zusam­men getan, um einen kon­struk­ti­ven Vor­schlag für eine ein­zi­ge gro­ße Wind­kraft­flä­che in Sun­dern ein­zu­brin­gen und mit einem Bür­ger­be­geh­ren durch­zu­set­zen. (Foto: privat)

Sun­dern. Im Rat­haus Sun­dern ist am Mon­tag mor­gen ein Brief an Bür­ger­meis­ter Bro­del ein­ge­gan­gen, in dem ein Antrag auf ein Bür­ger­be­geh­ren in Sachen Wind­kraft gestellt wird. Die Unter­zeich­ner die­ses Brie­fes, fünf Orts­vor­ste­her und Spre­cher von vier Bür­ger­initia­ti­ven, bezeich­nen sich als Ver­tre­ter vie­ler Bür­ger aus Allen­dorf, Alten­helle­feld, Ame­cke, Endorf, Helle­feld, Lin­ne­pe, Ste­mel und Wes­ten­feld. Sie bean­tra­gen, dass die Bür­ger der Stadt Sun­dern in einem Bür­ger­ent­scheid über die Vor­rang­zo­nen zu Wind­kraft­an­la­gen eigen­stän­dig ent­schei­den sollen.

Nur eine große Waldfläche auf der „Waldeshöhe“

„Wir sind gegen die bis­he­ri­gen Alter­na­ti­ven der Vor­rang­flä­chen,“ schrei­ben die Antrag­stel­ler. Und:
„Wir begeh­ren, dass in der Stadt Sun­dern Vor­rang­flä­chen für Wind­kraft­an­la­gen aus­schließ­lich im Bereich der ‚Wal­des­hö­he‘ bis in die süd­li­chen Wald­flä­chen-West aus­ge­wie­sen wer­den.“ Ihre Flä­chen­ku­lis­se sei aus diver­sen Grün­den opti­mal geeig­net, um der Wind­kraft in der Stadt Sun­dern sub­stan­ti­ell Raum zu geben:

  • Aus­rei­chen­de Anzahl von Wind­kraft­an­la­gen sei dort möglich.
  • Hin­sicht­lich der Flä­che dürf­te der „sub­stan­zi­el­le“ Wert von 10 Pro­zent leicht erreicht werden.
  • Über­wie­gend sei­en die Flä­chen dort im pri­va­ten Eigentum.
  • Flä­chen der Stadt Sun­dern sei­en dort eben­falls vor­han­den, so dass die Stadt hier die Chan­ce habe, Pacht­ein­nah­men für den städ­ti­schen Haus­halt akqui­rie­ren zu können.
  • Das Schutz­gut „Mensch“ kön­ne an die­sem Stand­ort bei der Aus­wahl der Vor­rang­flä­chen opti­mal berück­sich­tigt werden.
  • Jeder Orts­teil in der Stadt Sun­dern sei min­des­tens zwei Kilo­me­ter ent­fernt. Das ent­spre­che der in Bay­ern übli­chen Abstands­flä­che „Höhe der WKA x 10“.
  • Der Schat­ten­wurf, der Infra­schall, der Geräusch­pe­gel und die Beein­träch­ti­gung des Land­schafts­bil­des spiel­ten kei­ne oder nur eine unter­ge­ord­ne­te Rolle.
  • Nach dem Arten­schutz­gut­ach­ten, das die Stadt Sun­dern in Auf­trag gege­ben habe, brü­te­ten dort weder der Schwarz­storch noch der Milan. Hoch flie­gen­de, gefähr­de­te Fle­der­mäu­se sei­en dort eben­falls nicht vorhanden.
  • Bei den Flä­chen han­de­le es sich um rein forst­wirt­schaft­li­che Flä­chen mit Nadel­höl­zern. Es sei also kein Laub­wald betrof­fen. Natur­schutz­ver­bän­de wie der B.U.N.D. unter­stütz­ten die Aus­wahl die­ses Standortes.
  • Die Flä­chen­aus­wahl sei sehr kon­flikt­arm und für die Ein­woh­ner der Stadt Sun­dern sozi­al verträglich.

„Alle wesentlichen Ziele erreicht“

„Damit wer­den die wesent­li­chen Zie­le bei der Aus­wahl von mög­li­chen Flä­chen erreicht!“, schrei­ben die Antrag­stel­ler und ver­wei­sen dar­auf, dass auch die Bezirks­re­gie­rung an der Wal­des­hö­he Flä­chen als geeig­ne­te Stand­or­te aus­wei­se, und die Kreis­ver­wal­tung einen Groß­teil die­ser Flä­che prio­ri­sie­re, wobei sie ledig­lich beim Land­schafts­bild gewis­se Ein­schrän­kun­gen sehe.
Wei­ter heißt es in dem Antrag: „Nach den Infor­ma­tio­nen in der letz­ten Sit­zung des Rates der Stadt Sun­dern haben wir den Ein­druck gewon­nen, dass die Stadt Sun­dern alle bis­her ange­dach­ten Vor­rang­flä­chen als Poten­ti­al­flä­chen benennt, damit der Wind­kraft mit ca. zehn Pro­zent sub­stan­ti­ell Raum ein­räumt wer­den kann.  Das Gebiet um die Wal­des­hö­he und um die süd­li­chen Wald­flä­chen-West wur­de in der Sit­zung jedoch nicht als mach­bar dar­ge­stellt. Man­che aktu­ell noch aus­ge­wie­se­ne Flä­che dürf­te eine Geis­ter­flä­che sein, die aus unter­schied­li­chen Grün­den von der Stadt Sun­dern wie­der gestri­chen wird. Das wur­de in der Sit­zungs­vor­la­ge deutlich.“

„Der Mensch hat klare Priorität“

Abschlie­ßend schrei­ben die Orts­vor­ste­her Anton Lüb­ke (Allen­dorf), Rei­ner Till­mann (Endorf), Sybil­le Rohe-Tekath (Helle­feld), Franz-Fr. Bruch­ha­ge (Lin­ne­pe) und Chris­toph Schul­te (Ste­mel) sowie die BI-Ver­tre­ter Anna Wiez­corek (Alten­helle­feld), Hans Klein (Ame­cke), Rein­hard Loh­mann (Helle­feld) und Franz Teb­be (Wes­ten­feld): „Wir Ver­tre­ter vie­ler Bür­ger in acht Orts­tei­len sind für die Wind­kraft in der Stadt Sun­dern. Wir sind sicher, den opti­ma­len Stand­ort unter Berück­sich­ti­gung aller Schutz­gü­ter hier­mit genannt zu haben. Der Mensch in Sun­dern hat bei unse­rem Vor­schlag kla­re Priorität!“
Das Schrei­ben: Bür­ger­be­geh­ren

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8 Antworten

  1. End­lich mal ein Vor­schlag, der in die rich­ti­ge Rich­tung geht.
    Abso­lut kor­rekt, vor allem auch die städ­ti­schen Flä­chen, hier könn­te ein
    gro­ßer Nut­zen für die Stadt Sun­dern selbst entstehen.

  2. Egal ob man den Vor­schlag gut oder schlecht fin­det. Es kann nicht sein, dass bei der Aus­wahl von ent­spre­chen­den Flä­chen Eigen­tums­ver­hält­nis­se eine Rol­le spie­len. Auch dann nicht, wenn die Kom­mu­ne Besit­ze­rin ist.

  3. Die Flä­che ist schon mit allen Kri­te­ri­en unter­sucht wor­den und daher hat der Vor­schlag zunächst ein­mal über­haupt nichts mit Eigen­tums­ver­hält­nis­sen zu tun.
    Es ist nur rich­tig, das die­se Flä­che die Ein­woh­ner von Sun­dern am wenigs­ten stö­ren wird, da sie fern­ab der Haupt­be­bau­ung in einem Wald­ge­biet liegt.

  4. Sun­dern hat in den süd­li­chen Wald­flä­chen ein rie­si­ges Wind­kraft­po­ten­ti­al. Die wind­höf­figs­ten Stand­or­te sind prak­tisch über­all im Stadt­ge­biet auf Höhen­zü­gen, die gleich­zei­tig zumeist bio­lo­gisch arme Fich­ten­mo­no­kul­tu­ren dar­stel­len. Wind­kraft in Tälern und ver­steck­ten Orten funk­tio­niert nicht.
    Unab­hän­gig davon, ob nun die Stadt sogar eige­ne Anla­gen betrei­ben könn­te, wäre mit einer Nut­zung des gro­ßen Poten­ti­als eine finan­zi­el­le Gene­sung der Stadt allein schon über die Steu­er­ein­nah­men garan­tiert. Man muß es ein­fach nur wollen.

  5. Um die Aus­wei­sung von Vor­rang­flä­chen von Wind­kraft­an­la­gen im Stadt­ge­biet Sun­dern wird man über kurz oder lang nicht mehr her­um kom­men und aus ener­gie­po­li­ti­scher Sicht ist das auch gut so. Bezüg­lich des nun vor­ge­schla­ge­nen Stand­or­tes im Bereich Waldeshöhe/Denstenberg gibt es mei­ner Mei­nung nach aber noch eine Men­ge Fra­ge die zu Berück­sich­ti­gen sind. Vor kur­zem wur­de von erfreu­li­chen Zuwäch­sen beim Tou­ris­mus in Sun­dern berich­tet. Da wäre es mal inter­es­sant zu erfah­ren, wie die, die­ses Gebiet umschlie­ßen­den Ort­schaf­ten Wil­de­wie­se, Hagen, Allen­dorf, Sto­ckum, Endorf und Röh­ren­spring an den Zuwäch­sen betei­ligt waren. Wie wür­de sich eine sol­che Kon­zen­tra­ti­on von Wind­kraft­an­la­gen auf den Tou­ris­mus in die­sem Bereich auswirken?
    Was ist über­haupt aus der Pla­nung eines Pump­spei­cher­kraft­werks am Sor­peberg gewor­den? Ist die­ses The­ma gestor­ben oder soll in die­sem Bereich ein Zen­trum für rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien im Stadt­ge­biet Sun­dern ent­ste­hen? Wie wirkt sich das auf die Ein­nah­men der Stadt aus? Inwie­weit kön­nen Ein­nah­men aus der Wind­kraft die Ein­bu­ßen bei Tou­ris­mus und Wald­wirt­schaft für die Stadt auffangen?
    Wer ein­mal bei schö­nem Wet­ter in die­ser Regi­on spa­zie­ren war, wird fest­stel­len, das man dort auf vie­le Spaziergänger/Wanderer und Rad­fah­rer trifft, wel­che auch offen­sicht­lich nicht aus der Stadt Sun­dern stam­men. Der Ver­such in den ein­schlä­gi­gen Loka­len die­ser Gegend an sol­chen Tagen eine Sitz­ge­le­gen­heit zu bekom­men kann sich auch schon mal schwie­rig gestal­ten. Ob dies auch noch der Fall ist wenn sich dort Wind­kraft­an­la­gen kon­zen­trie­ren wage ich jedoch zu bezweifeln.

  6. Die­se Beden­ken fin­de ich sehr ver­nünf­tig und frei von Pole­mik for­mu­liert. In die­sem Ton soll­te die Dis­kus­si­on geführt werden.
    Die städ­ti­schen Ein­nah­men aus Wind­kraft wer­den sicher­lich die aus Tou­ris­mus deut­lich über­tref­fen. Den­noch soll­te das kein Grund sein, den Tou­ris­mus nun zu benach­tei­li­gen, der jahr­zehn­te­lang mit viel Mühe und auch Kapi­tal­ein­satz ange­kur­belt wurde.
    Des­halb bin ich auch für eine Kon­zen­tra­ti­on der Wind­kraft in einem ein­zi­gen gro­ßen Gebiet, und das fern­ab der Ortschaften.
    Über kurz oder lang wird es sol­che Kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen für Wind­kraft im gesam­ten Sauer­land geben und eben­so in ande­ren Tou­ris­mus­re­gio­nen (Eifel). Von daher wer­den Tou­ris­ten über­all mit die­sem The­ma kon­fron­tiert. Bei ver­nünf­ti­ger Pla­nung soll­te Wind­kraft kei­nen Scha­den für den Tou­ris­mus brin­gen. Ohne die­se Pla­nung hät­ten wir einen GAU, näm­lich die tota­le Verspargelung.

  7. Ich bin jetzt zwar kein Steu­er­fach­mann, und daher ggf. für Berich­ti­gun­gen auch dank­bar, aber ich sehe die­se Steu­er­ein­nah­men zumin­dest kurz bis mit­tel­dfris­tig nicht als son­der­lich hoch an. Ich weiß zwar nicht genau wo die Ein­nah­men aus sol­chen Wind­kraft­an­la­gen ver­steu­ert wer­den, am Auf­stel­lungs­ort oder am Fir­men­sitz des Betrei­bers, aber die Inves­ti­tio­nen einer sol­chen Anla­ge sind mit Sicher­heit nicht nach drei oder vier Jah­ren amor­ti­siert. Im Extre­fall wer­den daher Steu­er­ein­nah­men erst in meh­re­ren Jah­ren und nur von hei­mi­schen Inves­to­ren flie­ßen. Am ehes­ten ist daher wohl mit Ein­nah­men aus der Ver­pach­tung der Flä­chen zu rech­nen. Und da stellt sich dann wie­der die Fra­ge ob die­se Ein­nah­men dann aus­rei­chen die Ver­lus­te aus ande­ren Quel­len auszugleichen.

  8. Die Zeit, eine Bür­ger­wind­ge­sell­schaft zu grün­den, ist nun lei­der davon­ge­lau­fen. Man muß das Feld den aus­wär­ti­gen Inves­to­ren über­las­sen. Aber auch dann kann ver­han­delt wer­den, dass der Groß­teil der Steu­er­ein­nah­men vor Ort verbleibt.
    Die Inves­ti­tio­nen wer­den über die Lauf­zeit der Anla­ge abge­schrie­ben. Es ent­ste­hen also vom ers­ten Jahr an Steu­er­ein­nah­men. Auch aus ver­pach­te­ten Flä­chen ent­ste­hen eben­falls Steuereinnahmen.
    Man kann grob mit 20–40.000 € Steu­er­ein­nah­men pro Anla­ge pro Jahr rech­nen wenn die Anla­ge pro­fi­ta­bel arbei­tet – und das ist extrem vom Stand­ort (Stich­wort: Wind­höf­fig­keit) abhängig.

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