Arns­ber­ger Rat für Stand­ort­kon­zept „Pfle­ge­schu­le“ – Grim­me­schu­le wird neu gebaut

Arns­berg. In einer Son­der­sit­zung hat der Rat der Stadt Arns­berg am Mitt­woch in der Schüt­zen­hal­le Hüs­ten das Stand­ort­kon­zept für zwei Schu­len beschlos­sen. Mit einer Mehr­heit von 34 Rat­mit­glie­dern ver­schie­de­ner Par­tei­en ent­schied man, die „Bil­dungs­aka­de­mie der Gesund­heits- und Sozi­al­wirt­schaft Hoch­sauer­land gGmbH“ (hier im Fol­gen­den auch „Pfle­ge­schu­le“ genannt) in der ehe­ma­li­gen Petri-Haupt­schu­le Hüs­ten einen Platz zu geben. Ursprüng­lich war geplant, das der­zeit unge­nutz­te Gebäu­de für die Haupt­schu­le Grim­me­schu­le zu nut­zen. Für die soll es nach Ent­schei­dung des Rates jetzt einen Neu­bau geben, der ins­ge­samt rund 18,9 Mil­lio­nen Euro kos­ten wird.

Neu­bau der Grim­me­schu­le für 18,9 Mil­lio­nen Euro

Wenn auch bereits Tage zuvor in den Bezirks- und Fach­aus­schüs­sen der Stadt für das Kon­zept bereits mehr­heit­lich grü­nes Licht gege­ben wor­den war, so fiel die Ent­schei­dung im Rat nicht ohne Gegen­re­de. Dabei wur­de von der Frak­ti­on der Grü­nen sowie von den Lin­ken im Rat gefor­dert, die bei­den Tei­le der Vor­la­ge zum Stand­ort­kon­zept – Ansied­lung der Pfle­ge­schu­le in der ehe­ma­li­gen Petri-Haupt­schu­le und Neu­bau der Grim­me­schu­le – getrennt abzu­stim­men. Mit ihren Anträ­gen unter­la­gen die Frak­tio­nen jedoch den Mehr­hei­ten im Rat. Nichts des­to trotz wur­de der Vor­schlag aus der Ver­wal­tung in einem brei­ten Kon­sens auch gelobt.

Zur Son­der­sit­zung des Rates tra­fen sich die Poli­ti­ker jetzt in der Schüt­zen­hal­le Hüs­ten – auf Abstand. Fotos: Frank Albrecht

„Das ist ein guter Tag für Hüs­ten und gut für Arns­berg und das Kli­ni­kum“, sag­te Dr. Ger­hard Webers von der CDU-Frak­ti­on. Die künf­tig in der Aus­bil­dung ste­hen­den Pfle­ge­kräf­te könn­ten von der räum­li­chen Nähe zum Kli­ni­kum pro­fi­tie­ren und bei der Schul­ge­mein­de der Grim­me­schu­le ste­he man ohne­hin im Wort, eine für die Schu­le pas­sen­de Lösung zu bie­ten. Im Vor­schlag der Ver­wal­tung wur­de vor allem das stim­mi­ge Kon­zept gelobt, nach dem die Schü­ler der „Bil­dungs­aka­de­mie der Gesund­heits- und Sozi­al­wirt­schaft Hoch­sauer­land gGmbH“, wie die Pfle­ge­schu­le kor­rekt bezeich­net wird, auf der Rig­gen­wei­de (Kri­mes­platz) kos­ten­lo­se Park­plät­ze bekom­men sollen.

Kos­ten­lo­se Park­plät­ze auf der Riggenweide

Dani­el Wag­ner zeig­te sich für die FDP-Frak­ti­on zufrie­den mit den Plä­nen. „Das ist die klügs­te Opti­on“, so Wag­ner, wenn es um das Schul­kon­zept gehe. Dem wol­le sei­ne Frak­ti­on zustim­men. Für unstrit­tig hielt auch Tho­mas Wäl­ter (Grü­ne) die Ent­schei­dung für den Pfle­ge­schul-Stand­ort in Hüs­ten. Eben­so wür­den die Grü­nen auch mit der vor­ge­schla­ge­nen Park­platz­lö­sung über­ein stim­men. Er kri­ti­sier­te jedoch die kom­bi­nier­te Ent­schei­dung in nur einer Vor­la­ge. „Das Geld für den Neu­bau der Grim­me­schu­le soll ohne Bera­tung bereit gestellt wer­den“, beklag­te Wäl­ter. Er sei irri­tiert von dem „Schnell­schuss“, der in der Vor­la­ge der Stadt eben auch deut­lich wer­de. Mit dem Antrag auf getrenn­te Abstim­mung konn­te sich die Grü­nen-Frak­ti­on aber nicht durchsetzen.

Die ehe­ma­li­ge Petri-Haupt­schu­le in Hüs­ten.
Fotos: Frank Albrecht

Eine Debat­te über die Schul­land­schaft in Arns­berg stieß dage­gen Gerd Stütt­gen an. Der Kom­mu­nal­wahl-Kan­di­dat der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te mach­te zwar deut­lich, dass das Stand­ort­kon­zept mit einer Lösung für bei­de Schu­len in Ord­nung gehe und die Grim­me­schu­le ein gute Arbeit leis­te, aber er hät­te sich noch eine Dis­kus­si­on über eine 5. Schul­form in Arns­berg gewünscht. „Dazu hät­te man die Gesamt­schu­le in den Blick neh­men kön­nen“, so Stütt­gen. Ohne­hin sei der HSK der ein­zi­ge Kreis, in dem es nicht wenigs­tens eine Gesamt­schu­le gebe. Das, so Stütt­gen, hät­te Arns­berg gut zu Gesicht gestan­den. Er wis­se von Kin­dern, die von Arns­berg aus mit gutem Grund täg­lich zur Gesamt­schu­le nach Frön­den­berg fah­ren würden.

Gesamt­schu­le als Opti­on gefordert

In die Dis­kus­si­on dar­über steig auch Ver­na Ver­spohl von den Grü­nen ein. „Es gibt bereits einen Ent­schluss für die Grim­me­schu­le, sie braucht unse­re Unter­stüt­zung“, so Ver­spohl. Sie bemän­gel­te aber, dass der Fach­aus­tausch über das Schul­kon­zept aus­ge­blie­ben sei. Mit der Pla­nung eines Neu­baus für die Grim­me­schu­le kön­ne es mög­li­che Kon­se­quen­zen für die Sekun­dar­schu­len in der Stadt geben. In einem Dis­kurs soll­te man eher die gesamt Stadt hin­sicht­lich ihrer Schu­len in den Blick neh­men. Dafür brau­che es Kon­zept und Idee. Wer­ner Ruh­nert von den Lin­ken erin­ner­te noch ein­mal dar­an, dass man bezüg­lich der Grim­me­schu­le bei den Bür­gern im Wort ste­he. Eine Gesamt­schu­le, so Ruh­nert, müs­se ohne­hin lang­fris­tig geplant werden.

Sei­ne per­sön­li­chen Beden­ken zur Finan­zie­rung des Neu­baus äußer­te auch Dirk Ufer von der CDU: Es sei frag­lich, ob man das Geld für den Neu­bau zusam­men bekom­me. Das ver­an­schlag­te Geld für den Neu­bau hal­te er nach Erfah­run­gen mit Bau­pro­jek­ten in der Stadt Arns­berg jedoch als nicht aus­rei­chend. Somit kön­ne sich der zu fas­sen­de Beschluss zum Stand­ort­kon­zept auch als eine Belas­tung für den nächs­ten Rat her­aus stel­len. Noch ein­mal mach­te auch Hans Wulf (Grü­ne) sei­ne Pro­ble­me mit Ver­mi­schung bei­der The­men in einer Vor­la­ge deut­lich. Er wol­le lie­ber in aller Sau­ber­keit über die Punk­te – d.h. getrennt – abstim­men, so Wulf.

In aller Sau­ber­keit abstimmen

Mehr­fach wur­de zur Sache in ver­schie­de­nen Anträ­gen aus den Frak­tio­nen abge­stimmt, der Rat woll­te aber an den Vor­schlä­gen aus der Vor­la­ge fest hal­ten und zusam­men ent­schei­den. In der fina­len Abstim­mung gab es 34 Ja-Stim­men, 2 Nein-Stim­men (Lin­ke) und 4 Ent­hal­tun­gen von den Grünen.

Ein­stim­mig fiel dage­gen die Ent­schei­dung für die Unter­stüt­zung des ers­ten Bau­ern­hof-Kin­der­gar­tens in Aink­hau­sen. Der Rat ent­schied für die Ein­rich­tung von zunächst 20 Plät­zen auf dem Bio-Bau­ern­hof der Fami­lie Tig­ges die vor­ge­schrie­be­nen Trä­ger-Antei­le für 24 Mona­te in Höhe von 15.000 Euro zu über­neh­men. Fer­ner will sich die Stadt auch an den Inves­ti­ti­ons­kos­ten für den Kin­der­gar­ten betei­li­gen. Für den Betrag in Höhe von 109.000 Euro geht man von einer För­de­rung in Höhe von 90.000 Euro aus. Trä­ger des Kin­der­gar­ten-Pro­jek­tes wird die „Natu­ra eG“.

(Text und Foto: Frank Albrecht)

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