
Arnsberg. Mit dem Projekt „#wieneu“ geht Arnsberg aktiv gegen die Wegwerfgesellschaft vor. Die Stadt baut deshalb ein kommunales Kreislaufwirtschaftszentrum auf, das Reparatur, Wiederverwendung, Tausch und Leihsysteme für Haushalts- und Alltagsprodukte unter einem Dach vereint. Der REGIONALE-Ausschuss hat das Vorhaben mit dem dritten Stern der REGIONALE 2025 ausgezeichnet und der EFRE-Begutachtungsausschuss zur Förderung empfohlen. Das Projekt wird voraussichtlich mit bis zu 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Mehr als ein Repair-Café, mehr als ein Second-Hand-Laden, mehr als eine Werkstatt: Die Stadt Arnsberg will mit ihrem Projekt „#wieneu“ ein kommunales Kreislaufwirtschaftszentrum aufbauen. Dort sollen Reparatur, Wiederverwendung, Tausch und Leihsysteme für Haushalts- und Alltagsprodukte zusammengeführt werden – real vor Ort, digital und gemeinschaftlich als Netzwerk. „Wir betrachten insbesondere einheimische Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, angefangen beim Produktdesign bis zur finalen Verwertung“, sagt Sebastian Witte aus dem Referat für nachhaltige Entwicklung der Stadt Arnsberg. „Dabei spielen die sieben Rs des zirkulären Designs eine besondere Rolle: Reduce, Re-use, Repair, Re-fit, Re-build, Re-furbish, Re-cycle.“ Die Idee also: Weniger wegwerfen, mehr reparieren und weitergeben oder auch neu auf- und verarbeiten.
Werkstätten, Beratungsangebote und Zusammenarbeit mit Unternehmen
Das geplante Zentrum der Smart City Arnsberg bietet Raum für Werkstätten, Beratungsangebote und Lernformate. Sie sollen anschaulich zeigen, wie Kreislaufwirtschaft im Alltag funktioniert. Vor allem Unternehmen aus Arnsberg und Umgebung (z.B. Cloer, TRILUX, SKS metaplast Scheffer-Klute, Fischer & Honsel), die Alltags- und Haushaltsgeräte herstellen, unterstützen das Projekt. Sie bringen ihre Produkte ein, lernen mit und helfen bei der Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft vor Ort. Gemeinsam mit Bürger:innen, Handwerk und Sozialträgern sollen über das Kreislaufwirtschaftszentrum neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickelt und erprobt werden: um Ressourcen zu schonen, Emissionen zu senken und soziale Teilhabe zu stärken. Das Projekt-Team baut außerdem eine digitale Plattform auf, über die Produkte, Ersatzteile und Dienstleistungen ausgetauscht und vermittelt werden können.
Auf andere Städte übertragbar
„Wir haben ein Projekt entwickelt, das eine der zentralen Transformationsaufgaben, das Wirtschaften in Kreisläufen, bedient“, betont Sebastian Witte. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Wuppertal Institut. Das Institut ist Projektpartner der Stadt Arnsberg und bringt viel Erfahrung und Expertise mit. Die Beteiligten halten die Ergebnisse so fest, dass sie auf andere Städte übertragbar sind.
Das Projekt „#wieneu-Kreislaufwirtschaftszentrum“ der REGIONALE 2025 wird voraussichtlich mit 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Nordrhein-Westfalen über den Aufruf „REGIONALE Südwestfalen – Projekte für eine digitale, nachhaltige und authentische Zukunft in Südwestfalen“ gefördert.
Hintergrund
Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen stehen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021–2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, und Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie Strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen unter www.efre.nrw.
