Alexianer Klinikum Hochsauerland baut ambulante Eingriffe aus

Arns­berg. Im Ale­xia­ner Kli­ni­kum Hoch­sauer­land wer­den künf­tig mehr ope­ra­ti­ve Ein­grif­fe ambu­lant oder kurz­sta­tio­när durch­ge­führt. Hin­ter­grund sind die vom Gesetz­ge­ber ein­ge­führ­ten soge­nann­ten Hybrid-DRGs – neue Abrech­nungs- und Ver­sor­gungs­for­men, die bestimm­te Ope­ra­tio­nen betref­fen und eine sek­tor­über­grei­fen­de Behand­lung för­dern sol­len. Wich­tig ist dabei: Die Ein­füh­rung der Hybrid-DRGs ist eine bun­des­wei­te gesetz­li­che Vor­ga­be und kei­ne eigen­stän­di­ge Ent­schei­dung des Klinikums.

Medizinischer Fortschritt ermöglicht kürzere Aufenthalte

„Medi­zi­ni­sche Fort­schrit­te ermög­li­chen heu­te bei vie­len Ein­grif­fen eine siche­re Behand­lung ohne län­ge­ren Kran­ken­haus­auf­ent­halt – bei­spiels­wei­se durch scho­nen­de mini­mal­in­va­si­ve OP-Tech­ni­ken und moder­ne, gut ver­träg­li­che Nar­ko­se­ver­fah­ren“, erklärt Dr. med. Cle­mens Keh­ren, Ärzt­li­cher Direk­tor, Chef­arzt der Anäs­the­sio­lo­gie und OP-Mana­ger im Ale­xia­ner Kli­ni­kum Hoch­sauer­land. Für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten bringt die­se Ent­wick­lung spür­ba­re Vor­tei­le, ohne dass sie auf die gewohnt hohe Qua­li­tät ver­zich­ten müs­sen. Die Erho­lung in der ver­trau­ten häus­li­chen Umge­bung wird von vie­len Men­schen als ange­neh­mer emp­fun­den und kann den Hei­lungs­pro­zess unter­stüt­zen. Gleich­zei­tig ver­folgt die Gesund­heits­po­li­tik mit der Ambu­lan­ti­sie­rung ein wich­ti­ges Reform­ziel: Kran­ken­häu­ser sol­len ent­las­tet und sta­tio­nä­re Kapa­zi­tä­ten gezielt für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit aku­tem und kom­ple­xem Behand­lungs­be­darf frei­ge­hal­ten werden.

Hybrid-DRGs als gesetzlicher Rahmen

Wel­che Ein­grif­fe von Kran­ken­häu­sern als ambu­lan­te Ope­ra­ti­on (AOP) oder als Hybrid-DRG umge­setzt wer­den müs­sen, ist bun­des­ein­heit­lich gere­gelt. Bei ambu­lan­ten Ope­ra­tio­nen han­delt es sich um klei­ne­re bis mitt­le­re chir­ur­gi­sche Ein­grif­fe. Hybrid-DRGs betref­fen dabei Fäl­le „an der Gren­ze“ zwi­schen ambu­lant und sta­tio­när: Abhän­gig vom Gesund­heits­zu­stand kann der­sel­be Ein­griff hier­bei ambu­lant oder kurz­sta­tio­när erfolgen.

Patientensicherheit hat oberste Priorität

Die medi­zi­ni­sche Behand­lung und ins­be­son­de­re der ope­ra­ti­ve Ein­griff wird im Ale­xia­ner Kli­ni­kum Hoch­sauer­land wei­ter­hin durch erfah­re­ne Teams und unter Ein­hal­tung strengs­ter Qua­li­täts- und Sicher­heits­vor­ga­ben durch­ge­führt. Auch nach der Ope­ra­ti­on sind die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wei­ter­hin gut aufgehoben.

Ambu­lant ope­riert wird nur, wenn der Ein­griff gut plan­bar ist und kei­ne medi­zi­ni­schen Grün­de für einen sta­tio­nä­ren Auf­ent­halt spre­chen. Die ver­ant­wort­li­chen Kran­ken­haus­ärz­te ent­schei­den nach ein­ge­hen­der Unter­su­chung gemein­sam mit den Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, ob die Ope­ra­ti­on ambu­lant durch­ge­führt wer­den kann. Soll­te es medi­zi­nisch not­wen­dig sein, bleibt eine sta­tio­nä­re Behand­lung selbst­ver­ständ­lich möglich.

Nachbehandlung wird stärker ambulant organisiert

Eine der größ­ten Ver­än­de­run­gen liegt in der Orga­ni­sa­ti­on der Nach­sor­ge: Die post­ope­ra­ti­ve Ver­sor­gung fin­det künf­tig häu­fi­ger ambu­lant statt – etwa in der haus­ärzt­li­chen Pra­xis oder bei nie­der­ge­las­se­nen Fach­ärz­tin­nen und Fachärzten.

Um einen naht­lo­sen Über­gang sicher­zu­stel­len, stim­men die Fach­kli­ni­ken des Ale­xia­ner Kli­ni­kum Hoch­sauer­land die Abläu­fe und Ver­ant­wort­lich­kei­ten eng mit nie­der­ge­las­se­nen Pra­xen und zuwei­sen­den Ärz­tin­nen und Ärz­ten ab. Ziel sind kla­re Pro­zes­se, trans­pa­ren­te Infor­ma­tio­nen und eine lücken­lo­se Weiterbehandlung.

Beispiele für Eingriffe, die ambulant erfolgen

Bun­des­weit wur­de der Hybrid-DRG-Kata­log zuletzt deut­lich erwei­tert. So sind bei­spiels­wei­se fol­gen­de Berei­che hin­zu­ge­kom­men bzw. neu abbild­bar: Blind­darm­ent­fer­nung, Gal­len­bla­sen­ent­fer­nung, Gal­len­gangs­spie­ge­lun­gen, Endo­so­no­gra­phie des obe­ren Gas­tro­in­testi­nal­trakts (Gal­len­we­ge, Raum­for­de­run­gen Magen/Duodenum, Pan­kre­as), Mini­mal­in­va­si­ve Ein­grif­fe an den Koro­nar­ar­te­ri­en (Herz­kranz­ge­fä­ße), bestimm­te Mini­mal­in­va­si­ve Ein­grif­fe an peri­phe­ren Gefä­ßen, Frak­tur­os­teo­syn­the­sen (ope­ra­ti­ve Ver­sor­gung bestimm­ter Kno­chen­brü­che, z. B. Sta­bi­li­sie­rung). Zusätz­lich wur­den – neben neu­en Fall­grup­pen – auch bestehen­de Hybrid-DRGs durch wei­te­re Behand­lungs­ver­fah­ren erwei­tert, unter ande­rem in Berei­chen wie Her­ni­en­ope­ra­tio­nen, arthro­sko­pi­sche Ein­grif­fe und Arthro­de­sen (Gelenk­ver­stei­fun­gen).

Zu den häu­figs­ten ambu­lan­ten Ein­grif­fen im Kli­ni­kum zähl­ten 2025 unter ande­rem: Kolo­sko­pien, endo­sko­pi­sche Biop­sien am unte­ren Ver­dau­ungs­trakt, arthro­sko­pi­sche Ein­grif­fe am Gelenk­knor­pel und an den Menis­ken, Links­herz­ka­the­ter-Unter­su­chun­gen ohne wei­te­re Maß­nah­men, endo­sko­pi­sche Poly­pen­ent­fer­nun­gen sowie wei­te­re endo­sko­pi­sche Ein­grif­fe am Darm, Implan­ta­ti­on oder Wech­sel von Kathe­ter­ver­weil­sys­te­men, Metall­ent­fer­nun­gen und wei­te­re Verfahren.

 

 

 

 

 

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