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AG 60plus Sundern: Informationen und Entscheidungshilfen zur Organspende

Die Sun­derner AG 60plus hat­te alle Inter­es­sier­ten zu einer Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum The­ma Organ­spen­de ein­ge­la­den. (Foto: v.l.n.r.: Lars Win­ter, Man­fred Schli­cker, Hol­ger Kraus, Dr. Ebru Yil­diz und Micha­el Kuse). (Foto: AG 60plus)

Sun­dern. Mit dem wich­ti­gen gesell­schafts- und gesund­heits­po­li­ti­schen The­ma, der Organ­spen­de und Organ­trans­plan­ta­ti­on, beschäf­tig­ten sich am 26. Okto­ber Mit­glie­der und inter­es­sier­te Gäs­te der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Arbeits­ge­mein­schaft 60plus Sun­dern im Hof Café. Über­zeu­gend, empha­tisch und sach­kun­dig wur­den die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer über das sen­si­ble The­ma durch Frau Dr. Ebru Yil­diz (Geschäfts­füh­re­rin am West­deut­schen Zen­trum für Organ­trans­plan­ta­ti­on Essen) und Herr Hol­ger Kraus (Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ter am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Essen) informiert.

Betroffene berichten über persönliche Erfahrungen

Man­fred Schli­cker (Vor­sit­zen­der der AG 60plus) erin­ner­te in sei­ner Begrü­ßung dar­an, dass im Dezem­ber 1967 die welt­weit ers­te Herz­trans­plan­ta­ti­on an einem Men­schen durch­ge­führt wur­de und dass damals die Men­schen gebannt nach Süd­afri­ka schau­ten und die­se medi­zi­ni­sche Sen­sa­ti­on bestaunten.

Nach die­ser Begrü­ßung berich­te­ten die Sun­derner Micha­el Kuse und Lars Win­ter über ihren per­sön­li­chen und teil­wei­se lan­gen Weg auf der Dring­lich­keits­lis­te hin zur Trans­plan­ta­ti­on und über ihr Leben mit den neu­en, lebens­ret­ten­den Organen.

 Spendenbereitschaft muss steigen

Die Zah­len, Daten und Fak­ten die von Dr. Yil­diz und Hol­ger Kraus vor­ge­tra­gen wur­den, mach­ten schnell deut­lich, dass in Deutsch­land die Bereit­schaft zur Organ­spen­de, im welt­wei­ten und euro­päi­schen Ver­gleich, als pro­ble­ma­tisch zu sehen ist. So ist z. B. die Spen­den­be­reit­schaft in Spa­ni­en, bedingt auch durch gesetz­li­che Regeln, rund vier­mal höher als in Deutschland.

Über 9.000 Men­schen war­ten in Deutsch­land der­zeit auf ein Spen­der­or­gan. 2020 spen­de­ten 916 Men­schen nach dem Tod ihre Orga­ne. Nahe­zu 3.000 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten konn­ten so mit einem lebens­not­wen­di­gen Trans­plan­tat ver­sorgt wer­den. Die Zahl der Organ­spen­de­rin­nen und ‑spen­der reicht jedoch bei wei­tem nicht aus. Täg­lich verster­ben Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, wäh­rend sie auf ein pas­sen­des Organ warten.

Rechtliche Grundlage muss erfüllt sein

Die klar struk­tu­rier­te Vor­ge­hens­wei­se, so Hol­ger Kraus, legt fest, dass, nur wenn eine ein­deu­ti­ge Zustim­mung zur Organ­spen­de vor­liegt und zwei unab­hän­gi­ge Ärz­tin­nen oder Ärz­te den unum­kehr­ba­ren Funk­ti­ons­ver­lust des gesam­ten Gehirns fest­ge­stellt haben, die recht­li­che Grund­la­ge für eine Organ­spen­de erfüllt ist.

Nur weni­ge Erkran­kun­gen, ergänz­te Frau Dr. Yil­diz, schlie­ßen eine Organ­spen­de gene­rell aus. Sofern die Organ­funk­tio­nen nicht dage­gen­spre­chen, kön­nen z.B. Leber und Nie­ren auch bei älte­ren Men­schen noch für eine Trans­plan­ta­ti­on ent­nom­men wer­den. Eine strik­te Alters­gren­ze gibt es nicht.

Entscheidungshilfen wurden im Gespräch vorgestellt

In der leb­haf­ten und inter­es­san­ten Dis­kus­si­ons­run­de wur­de deut­lich, dass aktu­ell nur durch vie­le Auf­klä­rungs­ge­sprä­che Unsi­cher­hei­ten besei­tigt und die Akzep­tanz zur Organ­spen­de ver­bes­sert wer­den kann.

Der Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­tra­ge mach­te dar­auf auf­merk­sam, dass die Bereit­schaft zur Organ­spen­de durch den Organ­spen­der­aus­weis doku­men­tiert wer­den soll­te um damit sei­nen Ange­hö­ri­gen eine oft­mals schwie­ri­ge Ent­schei­dung zu erleich­tern. Jeder Mensch, so Hol­ger Kraus, soll­te den Mut haben, sei­ne Ent­schei­dung, ob ja oder nein zur Organ­spen­de zu dokumentieren.

Einig waren sich die Gesprächs­teil­neh­mer dar­über, dass es noch vie­le wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Gesprä­che – auch im poli­ti­schen Raum – geben muss, damit die Spen­den­be­reit­schaft ver­bes­sert wird. Denn Jeder, so die Vor­stands­mit­glie­der der AG 60plus, könn­te ein­mal auf eine der­ar­ti­ge medi­zi­ni­sche Hil­fe ange­wie­sen sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quel­le: AG 60plus)

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